LUFTSCHUTZ IN WILHELMSHAVEN


TOURBERICHT
< SCHOTT AUF >


Wilhelmshaven...was mir dazu einfällt? Meine Kindheit habe ich an manchen Wochenenden bei Omma und Oppa in Voslapp verbracht. Und ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Das heißt: Ich war in den 70 er Jahren das erste Mal in dieser Stadt. An Bunker hatte ich noch kein Interesse...aber ich konnte mich noch genau an den riesigen Rundbunker in der Flutstraße erinnern, der auf dem Weg nach Voslapp zu meinen Großeltern lag. Auch an einem umgestürzten, liegenden Riesenkoloß kann ich mich noch ganz vage erinnern. Er hatte mir Angst eingeflößt.
Inzwischen war ich ganz oft in dieser Stadt. Aber nur ein zweites Mal auf Bunkertour. Ich liebe Wilhelmshaven , da mich ja auch das Meer magisch anzieht, die kühle Seebrise, Sturm und einfach die vielfältigen, abwechslungsreichen Betonrelikte aus der Zeit des zweiten Weltkrieges. Wenn man das erste Mal durch diese Stadt läuft, und die Masse an Luftschutzanlagen vernimmt, kann man sich sicherlich vorstellen, daß "nur" knapp 500 Menschen während des Krieges ihr Leben lassen mußten. Der Bedarf an bombensicheren Anlagen war gedeckt.
Viele unterirdische Anlagen gibt es nicht . Das Problem mit dem Wasser bzw. Überflutungen war sicherlich der Auslöser dafür, daß man sich vollends auf den oberirdischen Bunkerbau spezialisierte.
Wir waren nur 3 Tage vor Ort, einige von uns waren noch nie in dieser Stadt und es war unmöglich, alles in 3 Tagen zu schaffen. In Bante kennen wir uns jetzt bestens aus ;-) und natürlich in Heppens. Die Tour wird auf jeden Fall noch einmal nachgeholt, da wir den ersten Tag der Anreise nur damit beschäftigt waren, einen Schlafplatz zu suchen...Am zweiten Tag gings schon um 7 Uhr morgens mit knurrenden Magen los. Bunker, Bunker, Bunker...Bis 15 Uhr. Denn da hatten wir einen Termin mit Holger und Holger am Bunkermuseum. Und das war mitunter der schönste, erlebnisreichste und informativste Tag in WHV. In diesem Bericht werde ich Euch einige Bunker vorstellen, die mir so vor die Linse gekommen sind. Dann berichte ich Euch von den Eindrücken des Bunkermuseums in einem sechszehneckigen Luftschutzturm und zeige Euch Innenaufnahmen. Literaturhinweise und Weblinks werde ich Euch auch ans Herz legen. Und eine kurze Einleitung über WHV. Videos gibbet auch
http://www.youtube.com/user/schlufine2009
Einige Bilder sind in der Fotocommunity schon online.
So nun eine kleine Einleitung über die Stadt WHV...
Wilhelmshaven liegt im Nordwesten Deutschlands an der Nordwestküste des Jadebusens, einer großen Meeresbucht an der Nordsee. Das Stadtgebiet liegt im östlichen Teil der ostfriesischen Halbinsel zwischen Dollart und Jadebusen. Die Wattgebiete in dieser Küstenregion gehören zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.
Die Stadt wird sehr durch die umgebene Marschlandschaft geprägt. Marschen sind generell flache Landstriche ohne natürliche Erhebungen. Entstehungsgeschichtlich gehört die Marsch zu den jüngsten geologischen Formationen. Sie ist holozänen, also nacheiszeitlichen Ursprunges. Bedingt durch die Marsch liegt Wilhelmshaven im Durchschnitt nur zwei Meter über Normalnull. Das Stadtgebiet muss daher vollständig durch Deiche vor Sturmfluten geschützt werden. Die ständige Erhaltung und Verbesserung der Deiche ist Aufgabe des III. Oldenburgischen Deichbands.
Die tiefste Stelle des Stadtgebiets befindet sich in der Maadesenkung am Kreuzelwerk mit 0,5 m unter Normalnull. Die höchste Erhebung ist mit 11,8 m über Normalnull der künstliche „Rüstringer Berg“ am Ölhafen. Er ist eine mit Sand abgedeckte gesprengte Geschützstellung aus dem Zweiten Weltkrieg.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Bausubstanz der Stadt durch mehr als 100 Luftangriffe, davon 16 Großangriffe, stark zerstört. Der erste Luftangriff auf Wilhelmshaven erfolgte bereits am 4. September 1939, der letzte am 30. März 1945. Der wohl schwerste Luftangriff zerstörte am 15. Oktober 1944 das alte Wilhelmshaven. Bei Kriegsende lag allein 60 % der Wohnfläche in Trümmern. Die vergleichsweise geringe Zahl an Luftkriegstoten (435) war den vielen Luftschutzbunkern zu verdanken, welche überall im Stadtgebiet errichtet wurden.

Am Alten Banter Weg unterhielt das KZ Neuengamme seit September 1944 ein Außenlager. Die Insassen, überwiegend Franzosen und Niederländer, wurden zur Arbeit auf der Kriegsmarinewerft gezwungen und bei der Bombenräumung in der Stadt eingesetzt. In vier Baracken waren 1.125 Männer unter widrigen Bedingungen zusammengepfercht; mindestens 234 von ihnen überlebten die menschenverachtenden Umstände der Internierung nicht. Im April 1945 betrieb die SS die Auflösung des Lagers und organisierte einen Abtransport der Häftlinge nach Neuengamme. Auf einer Zwischenstation im Bahnhof von Lüneburg kamen 256 Männer um, als bei einem großflächigen Bombardement der Alliierten auch ein Waggon aus Wilhelmshaven getroffen wurde. Der Leiter des Transports, der damals 36jährige dänische SS-Mann Gustav Alfred Jepsen, wurde für Verbrechen im KZ Wilhelmshaven 1947 zum Tode verurteilt und in Hameln hingerichtet. Auch hier waren wir vor Ort und haben Fotos gemacht.





Das Bunkermuseum mit dem Bunker-Themenpark
Marine-Turmbunker "Norderney"
"Alaska" Splitterschutz-Unterstand
"Tirpitz" Splitterschutz-Zelle
Seit 2002 unter Denkmalschutz




In keiner Stadt gab es so viele Rundtürme wie in Wilhelmshaven. Von 41 Rundtürmen sind heute noch 9 erhalten.
Einer davon ist der sechszehneckige Turm mit spitzer Dachkonstruktion in Heppens, der heute Bunkermuseum ist.
Die Turmaussicht beträgt 20 m ü. NN. Sein Baujahr müßte 1939/40 sein und wurde von der Kriegsmarinewerft WHV errichtet. Mit seinen 8 Geschossen bot er rund 500 (wenn nicht noch mehr) Menschen Platz. Er ist 24,35 m hoch. Die Wandstärke beträgt 1,10 m. Vier Sichtscharten befinden sich unterhalb der Kappe, durch die das ganze Areal eingesehen und Schadensmeldungen weitergegeben werden konnten. Es gibt vier Eingänge. Unten waren die Räume für die Maschinen. Ab der ersten Etage fingen die Aufenthaltsräume an.

Wir fanden uns nun am Bunkermuseum ein und Holger Hiebner (der Museumsleiter) und Holger Raddatz (bunker-whv) empfingen uns herzlich. Für uns ist der Turm eine Augenweide. Daß man nachträglich die Westermannzelle und die Alaska SSZ auf diesem Gelände integriert hat, macht das Gesamtbild für einen Bunker-Themenpark perfekt. Das tollste, was mir sofort aufgefallen ist, ist das DENKMALSCHILD am Bunker. So wünscht man sich das !
Und dann ging es auch schon hinein...

Er ist nicht kühl von innen, eher warm und top in Schuß. Unglaublich authentisch geblieben. Inschriften sind zu erkennen, Ausstellungsräume sind vorhanden und alles andere ist einfach ein Traum. Der Traum eines jeden Bunkerhistorikers, der sich einmal in seinem Leben ein eigenes Bunkermuseum erschaffen möchte. Holger Hiebner hat sich sein Traum erfüllt und man bemerkt an ihm sein Herzblut, die Geschichte des Bunkers in längst vergangenen Zeiten für die Nachwelt zum Anfassen , aufrecht zu erhalten . Erst 1 Jahr besteht das Museum. Mit liebevoller schweißtreibender Arbeit, wurden die Innenräume authentisch eingerichtet und gestaltet. Das Gefühl, in einer Zeit zurückversetzt zu werden, kommt hier ganz nah dran. Es ist nicht nur eine Ausstellung von Luftschutzrelikten, sondern auch die Wilhelmshavener Marinegeschichte. Andere Relikte, die mit dem II. Weltkrieg zu tun haben, sind hier auch zu sehen.






Da noch viele Relikte gebraucht werden, möchte ich hiermit auch ein Aufruf starten. Wenn jemand Relikte hat und leihen, spenden bzw. verkaufen möchte, der sollte sich an Holger Hiebner wenden. Es kann alles gebraucht werden. Das Museum steckt noch in den Kinderschuhen und ist erst ganz am Anfang. Auch mobile Bunker wie Splitterschutzzellen oder alles was transportfähig ist, wird vom Museum gesucht. Historische Dokumente , Technik oder alte Fotoalben..einfach alles. Aber auch ein Tausch ist gewünscht.
Kontakt: 04421/ 506300 oder 0178-1321593







Das Museum bietet auch ein außergewöhnliches Event:
Zur Erinnerung an die 70-jährige Wiederkehr des Kriegsbeginns und
der Bombardierung Wilhelmshavens wird es eine Serie von "BUNKERNÄCHTEN" geben.
Zwischen 21 und 22 Uhr finden Führungen durch das Bunker-Museum statt:
In authentischer Umgebung wird der Besucher in die Zeit vor 70 Jahren zurückversetzt.
Die Teilnehmerzahl sollte 15 Personen nicht überschreiten.
Der Schrecken des Luftkrieges wird in zahlreichen Dokumentationen dargelegt.
Auf Wunsch werden wir diese Führungen auch für spezielle Gruppen durchführen.
Die genauen Termine können unter 04421/ 506300 oder 0178-1321593 erfragt werden.
Ansonsten gibt es regelmäßige Führungen jeden Sonntag um 16 und um 18 Uhr.
email: bunkermuseum-whv@yahoo.de

Vorherige Anmeldung erwünscht



Ganz besonders möchte ich mich im Namen aller noch einmal für den "Schlafplatz" mit Blick auf Bunker bedanken, den uns Holger Hiebner zur Verfügung gestellt hat. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen...


< SCHOTT DICHT >

Inzwischen war ich ganz oft in dieser Stadt. Aber nur ein zweites Mal auf Bunkertour. Ich liebe Wilhelmshaven , da mich ja auch das Meer magisch anzieht, die kühle Seebrise, Sturm und einfach die vielfältigen, abwechslungsreichen Betonrelikte aus der Zeit des zweiten Weltkrieges. Wenn man das erste Mal durch diese Stadt läuft, und die Masse an Luftschutzanlagen vernimmt, kann man sich sicherlich vorstellen, daß "nur" knapp 500 Menschen während des Krieges ihr Leben lassen mußten. Der Bedarf an bombensicheren Anlagen war gedeckt.
Viele unterirdische Anlagen gibt es nicht . Das Problem mit dem Wasser bzw. Überflutungen war sicherlich der Auslöser dafür, daß man sich vollends auf den oberirdischen Bunkerbau spezialisierte.
Wir waren nur 3 Tage vor Ort, einige von uns waren noch nie in dieser Stadt und es war unmöglich, alles in 3 Tagen zu schaffen. In Bante kennen wir uns jetzt bestens aus ;-) und natürlich in Heppens. Die Tour wird auf jeden Fall noch einmal nachgeholt, da wir den ersten Tag der Anreise nur damit beschäftigt waren, einen Schlafplatz zu suchen...Am zweiten Tag gings schon um 7 Uhr morgens mit knurrenden Magen los. Bunker, Bunker, Bunker...Bis 15 Uhr. Denn da hatten wir einen Termin mit Holger und Holger am Bunkermuseum. Und das war mitunter der schönste, erlebnisreichste und informativste Tag in WHV. In diesem Bericht werde ich Euch einige Bunker vorstellen, die mir so vor die Linse gekommen sind. Dann berichte ich Euch von den Eindrücken des Bunkermuseums in einem sechszehneckigen Luftschutzturm und zeige Euch Innenaufnahmen. Literaturhinweise und Weblinks werde ich Euch auch ans Herz legen. Und eine kurze Einleitung über WHV. Videos gibbet auch
http://www.youtube.com/user/schlufine2009
Einige Bilder sind in der Fotocommunity schon online.
So nun eine kleine Einleitung über die Stadt WHV...
Wilhelmshaven liegt im Nordwesten Deutschlands an der Nordwestküste des Jadebusens, einer großen Meeresbucht an der Nordsee. Das Stadtgebiet liegt im östlichen Teil der ostfriesischen Halbinsel zwischen Dollart und Jadebusen. Die Wattgebiete in dieser Küstenregion gehören zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.
Die Stadt wird sehr durch die umgebene Marschlandschaft geprägt. Marschen sind generell flache Landstriche ohne natürliche Erhebungen. Entstehungsgeschichtlich gehört die Marsch zu den jüngsten geologischen Formationen. Sie ist holozänen, also nacheiszeitlichen Ursprunges. Bedingt durch die Marsch liegt Wilhelmshaven im Durchschnitt nur zwei Meter über Normalnull. Das Stadtgebiet muss daher vollständig durch Deiche vor Sturmfluten geschützt werden. Die ständige Erhaltung und Verbesserung der Deiche ist Aufgabe des III. Oldenburgischen Deichbands.
Die tiefste Stelle des Stadtgebiets befindet sich in der Maadesenkung am Kreuzelwerk mit 0,5 m unter Normalnull. Die höchste Erhebung ist mit 11,8 m über Normalnull der künstliche „Rüstringer Berg“ am Ölhafen. Er ist eine mit Sand abgedeckte gesprengte Geschützstellung aus dem Zweiten Weltkrieg.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Bausubstanz der Stadt durch mehr als 100 Luftangriffe, davon 16 Großangriffe, stark zerstört. Der erste Luftangriff auf Wilhelmshaven erfolgte bereits am 4. September 1939, der letzte am 30. März 1945. Der wohl schwerste Luftangriff zerstörte am 15. Oktober 1944 das alte Wilhelmshaven. Bei Kriegsende lag allein 60 % der Wohnfläche in Trümmern. Die vergleichsweise geringe Zahl an Luftkriegstoten (435) war den vielen Luftschutzbunkern zu verdanken, welche überall im Stadtgebiet errichtet wurden.

Am Alten Banter Weg unterhielt das KZ Neuengamme seit September 1944 ein Außenlager. Die Insassen, überwiegend Franzosen und Niederländer, wurden zur Arbeit auf der Kriegsmarinewerft gezwungen und bei der Bombenräumung in der Stadt eingesetzt. In vier Baracken waren 1.125 Männer unter widrigen Bedingungen zusammengepfercht; mindestens 234 von ihnen überlebten die menschenverachtenden Umstände der Internierung nicht. Im April 1945 betrieb die SS die Auflösung des Lagers und organisierte einen Abtransport der Häftlinge nach Neuengamme. Auf einer Zwischenstation im Bahnhof von Lüneburg kamen 256 Männer um, als bei einem großflächigen Bombardement der Alliierten auch ein Waggon aus Wilhelmshaven getroffen wurde. Der Leiter des Transports, der damals 36jährige dänische SS-Mann Gustav Alfred Jepsen, wurde für Verbrechen im KZ Wilhelmshaven 1947 zum Tode verurteilt und in Hameln hingerichtet. Auch hier waren wir vor Ort und haben Fotos gemacht.



UNSER BESUCH IM BUNKERMUSEUM WILHELMSHAVEN UND DIE ZUSAMMENKUNFT MIT BUNKER-WHV HOLGER RADDATZ


Das Bunkermuseum mit dem Bunker-Themenpark
Marine-Turmbunker "Norderney"
"Alaska" Splitterschutz-Unterstand
"Tirpitz" Splitterschutz-Zelle
Seit 2002 unter Denkmalschutz



In keiner Stadt gab es so viele Rundtürme wie in Wilhelmshaven. Von 41 Rundtürmen sind heute noch 9 erhalten.
Einer davon ist der sechszehneckige Turm mit spitzer Dachkonstruktion in Heppens, der heute Bunkermuseum ist.
Die Turmaussicht beträgt 20 m ü. NN. Sein Baujahr müßte 1939/40 sein und wurde von der Kriegsmarinewerft WHV errichtet. Mit seinen 8 Geschossen bot er rund 500 (wenn nicht noch mehr) Menschen Platz. Er ist 24,35 m hoch. Die Wandstärke beträgt 1,10 m. Vier Sichtscharten befinden sich unterhalb der Kappe, durch die das ganze Areal eingesehen und Schadensmeldungen weitergegeben werden konnten. Es gibt vier Eingänge. Unten waren die Räume für die Maschinen. Ab der ersten Etage fingen die Aufenthaltsräume an.
Wir fanden uns nun am Bunkermuseum ein und Holger Hiebner (der Museumsleiter) und Holger Raddatz (bunker-whv) empfingen uns herzlich. Für uns ist der Turm eine Augenweide. Daß man nachträglich die Westermannzelle und die Alaska SSZ auf diesem Gelände integriert hat, macht das Gesamtbild für einen Bunker-Themenpark perfekt. Das tollste, was mir sofort aufgefallen ist, ist das DENKMALSCHILD am Bunker. So wünscht man sich das !
Und dann ging es auch schon hinein...

Er ist nicht kühl von innen, eher warm und top in Schuß. Unglaublich authentisch geblieben. Inschriften sind zu erkennen, Ausstellungsräume sind vorhanden und alles andere ist einfach ein Traum. Der Traum eines jeden Bunkerhistorikers, der sich einmal in seinem Leben ein eigenes Bunkermuseum erschaffen möchte. Holger Hiebner hat sich sein Traum erfüllt und man bemerkt an ihm sein Herzblut, die Geschichte des Bunkers in längst vergangenen Zeiten für die Nachwelt zum Anfassen , aufrecht zu erhalten . Erst 1 Jahr besteht das Museum. Mit liebevoller schweißtreibender Arbeit, wurden die Innenräume authentisch eingerichtet und gestaltet. Das Gefühl, in einer Zeit zurückversetzt zu werden, kommt hier ganz nah dran. Es ist nicht nur eine Ausstellung von Luftschutzrelikten, sondern auch die Wilhelmshavener Marinegeschichte. Andere Relikte, die mit dem II. Weltkrieg zu tun haben, sind hier auch zu sehen.

Da noch viele Relikte gebraucht werden, möchte ich hiermit auch ein Aufruf starten. Wenn jemand Relikte hat und leihen, spenden bzw. verkaufen möchte, der sollte sich an Holger Hiebner wenden. Es kann alles gebraucht werden. Das Museum steckt noch in den Kinderschuhen und ist erst ganz am Anfang. Auch mobile Bunker wie Splitterschutzzellen oder alles was transportfähig ist, wird vom Museum gesucht. Historische Dokumente , Technik oder alte Fotoalben..einfach alles. Aber auch ein Tausch ist gewünscht.
Kontakt: 04421/ 506300 oder 0178-1321593

Das Museum bietet auch ein außergewöhnliches Event:
Zur Erinnerung an die 70-jährige Wiederkehr des Kriegsbeginns und
der Bombardierung Wilhelmshavens wird es eine Serie von "BUNKERNÄCHTEN" geben.
Zwischen 21 und 22 Uhr finden Führungen durch das Bunker-Museum statt:
In authentischer Umgebung wird der Besucher in die Zeit vor 70 Jahren zurückversetzt.
Die Teilnehmerzahl sollte 15 Personen nicht überschreiten.
Der Schrecken des Luftkrieges wird in zahlreichen Dokumentationen dargelegt.
Auf Wunsch werden wir diese Führungen auch für spezielle Gruppen durchführen.
Die genauen Termine können unter 04421/ 506300 oder 0178-1321593 erfragt werden.
Ansonsten gibt es regelmäßige Führungen jeden Sonntag um 16 und um 18 Uhr.
email: bunkermuseum-whv@yahoo.de
Vorherige Anmeldung erwünscht
Ganz besonders möchte ich mich im Namen aller noch einmal für den "Schlafplatz" mit Blick auf Bunker bedanken, den uns Holger Hiebner zur Verfügung gestellt hat. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen...
< SCHOTT DICHT >

Bunker verschiedener Bauarten
"Göring-Bunker" in der Mozartstraße

Was sofort auffällt an diesem Bunker ist die Zerschellerplatte, ebenso die massive Bauart. Zu Kriegszeiten diente dieser Bunker den Mitarbeitern des Marineoberkommandos Nordsee. Die Bediensteten waren so wichtig, daß jeder der in den Bunker durfte eine Eintrittskarte bekam. Also war er für Personen und Institutionen reserviert.
Der Bunker hat vier Eingänge, mit starken Splitterschutzwänden. Die Grundfläche beträgt 16,20 m x 16,20 m. Nicht viel, aber anhand der dicken Wände mit stattlichen 2,50 m reduzierte sich die Nutzfläche auf nur 200 qm. An den Eingangsverbunkerungen wurden Garagen betoniert. Somit konnten dort Fahrzeuge splittersicher untergebracht werden.

RUNDBUNKER AM ROBERT-KOCH-HAUS

Von diesen kleinen Rundbunkern mit Spitzdach gibts in WHV eine ganze Menge. Im Robert-Koch-Haus war im zweiten Weltkrieg die Kreisleitung der NSDAP untergebracht. Die Haupttür und der Notausstieg sind heute zugemauert.
Umgebauter Bunker an der Hamburger Straße

Dieser Bunker ist relativ spät gebaut worden. Diese Bauweise des Bunkers ist für Wilhelmshaven ungewöhnlich, da er mehr hoch als breit gebaut wurde. Ähnliche Bauarten finden sich in Bremen oder Hamburg. Imposant fällt einem auch die Schmuckverzierung oben auf. Zwei Etagen wurden damals für die Reichspost vorbehalten. Einen Bombentreffer hat er auch abbekommen, aber ohne großen Schaden. Zu Beginn der 50er Jahre wurde er entfestigt und zum Wohnhaus umgebaut. Heute befinden sich einige kleine Geschäfte in ihm. Oben auf dem Dach erkennt man noch den Entlüftungspilz, der eigentlich das Gefühl vermittelt, daß dieses Bauwerk mal ein Bunker war.
Mein Schätzken: Zombeckturm an der Rheinstraße

Ein Augenschmaus wenn man ihn von weiten sieht, der Schock, wenn man ihm näher kommt.

1949 wurde dieser 22,20 m hohe Zombeck-Turm gesprengt. Er ist also von hinten offen. Um die Wohnbebauung zu schonen, sprengte man nur einen Teil des Turmes. Typen dieser Bauart haben keine Treppen sondern eine Rampe. Die Rampe in diesem Bunker wendelte sich 5,5 mal nach oben und bot auf der schrägen Fläche 500 Menschen Platz. In Wilhelmshaven hat es drei Zombecktürme gegeben. Die beiden anderen waren verklinkert und wurden 1949 gesprengt.







Ein unter Denkmalschutz stehender Rundbunker in der Rheinstraße Ecke Gökerstraße

Ein Schmuckstück in unmittelbarer Nähe zum letzten Zombeckturm. Diese architektonische Meisterleistung des Architekten H. G. Thees, fügt sich sehr ansehnlich ins Stadtbild ein. Die Verklinkerung paßt zum danebengelegenen Brunnen und der angrenzenden ehemaligen Kasernenbebauung. Er wurde Anfang der 40er Jahre gebaut. Sieben Etagen, 19,75 m hoch mit einer 1,70 m dicken Außenwand. Der unter Denkmalschutz stehende Bunker hat vier Eingänge und diente der Zivilbevölkerung und den Soldaten der Torpedokaserne und Bediensteten Schutz. Die Toiletten hatten keinen Wasseranschluß Somit war er mit Trockenaborte ausgestattet.
Hier die Torpedokaserne und die dazugehörigen stark geschützten Keller aus- und Eingänge in der Nähe des Rundturmes

Ölhafendamm
Dieser nur zweigeschossige Bunker Ölhafendamm hat ein wenig Ähnlichkeit mit dem am Deichstrich. Vor allem die Innenräume ähneln sich sehr.
Höhe 6,95 m, Länge 39,60 m, Breite 14,97. Wandstärke 1,10 m und Deckenstärke 1,40. Baubeginn ca. Ende 1940 / Anfang 1941
Marienstraße 2
Dieser Rundschutzbau wird heute noch als Lager benutzt. Die Tür stand sogar offen
Lüftungspilz am Banter Markt
Dieser Lüftungspilz gehört zu einem Tiefbunkersystem. Im Hintergrund eine Turnhalle
Oberhalb des Tiefbunkers stehen heute die Busse der Stadtwerke
Deichstraße
ungewöhnlich, pyramidenhaft schaut er aus. Es ist kein Drankommen...Wir mußten durch den Zaun fotografieren.
Der Bunker wurde nach dem Krieg in den Hallenbau eines Baustoffhändlers integriert. Sichtscharten auf Bodenhöhe kann man noch erkennen. Vielleicht war er den Brandwachtruppen ein Schutzraum?
Banter Weg
Paßt auch recht gut ins Wohnbild. Auf dem Tankstellengelände befindet sich dieser baugleiche Bunkertyp wie der Bunker am Heppenser Berg. Lediglich der Dachgiebel unterscheidet die beiden voneinander. Dieser Bunker hat 4 Eingänge, die paarweise an zwei Ecken angeordnet waren.
Bunker am Deichstrich
Der Deichstrich ist wirklich ein ehemaliger Deichzug, der durch Heppens verlief. Genau auf diesem Deich ist dieser zweigeschossige Bunker gebaut worden. Holger Raddatz hat mit uns einen kleinen Rundgang gemacht
Holger hat einen eigenen Raum gemietet und bastelt hier fleißig an Bunkermodellen rum. Hier natürlich der Höhepunkt aus meiner Heimat Osnabrück, der Bunker, an dem ich als Kind immer gespielt habe, weil ich genau gegenüber wohnte. Diese Modellbaubeispiele sollten in Serie gehen Holger !!!
etwas schief, aber ich hatte kein Stativ parat
Haus auf Bunker an der Paulstraße
Mit einer Nutzfläche von 142 qm, 2 Eingängen und 13 Zellen war er mal ausgestattet. Auf seinem Fundament wurde ein Einfamilienhaus gebaut. Der Besitzer hat uns einiges erzählt darüber. Vielen Dank
LUFTSCHUTZPFEILE

Bunkertür an Werfthäusern
Notausgang des OP-Bunkers an der Virchowstraße


Heppenser Berg
Dies ist der einzigste Bunker in WHV, der heute komplett hergerichtet und einsatzbereit ist. Sogar eine eigene Brunnenversorgung ( Tiefe 206 m ) ist vorhanden. Rund 1113 Menschen würden im Ernstfall auf 4 Etagen Platz finden. Kosten für das Herrichten: 1,8 Mio. DM
Dieser Bunker ist ein Luftschutzhaus und fügt sich durch seine Erscheinung harmonisch in das Stadtleben ein
massiver Splitterschutz
Dieser Bunker ist von Innen noch völlig ausgestattet und steht noch unter dem Zivilschutz. Der Splitterschutzvorbau ist nachträglich eingefügt worden.
Rundturm an der Schulstraße
Dieser wunderschöne Rundbunker hat noch eine komplette Lüftungsanlage und sandsteineingefasste Eingänge. Auf einer Seite ist er komplett mit Efeu zugewachsen und sieht aus, wie im Dörnröschenschlaf
Die Bunkertür ist auch noch gut in Schuß
LINK & LITERATURTIPPS:
für alle Infos
Bunker in Wilhelmshaven von Markus Titsch ISBN 3-930510-29-4
Truppenmannschaftsbunker der Kriegsmarine von Holger Raddatz ISBN 978-3-8370-4440-9 (Hardcoverversion)
Der Splitterschutzunterstand Alaska in Wilhelmshaven von Holger Raddatz ISBN 978-3-8370-0513-4
TSCHÜSS WILHELMSHAVEN, bis zum nächsten Mal
wenn es dann heißt: TRUPPENMANNSCHAFTSBUNKER EXTREM

