LUFTSCHUTZSTOLLEN IN WUPPERTAL UND UMGEBUNG


LUFTSCHUTZSTOLLEN IN DER STADT

Wuppertal hat unglaublich viele Luftschutzstollen. Mehr als 400 !!! Kein Wunder bei den schönen geologischen Gegebenheiten.

STOLLENSYSTEM IN BARMEN

Den Stollen, den wir in Barmen wie unten zu sehen ist letztes Jahr 2008 befahren haben, nenne ich mal Stollen B. Denn den eigentlich dazugehörigen Stollen A durfte ich vor einigen Wochen mit der Feuerwehr/Katastrophenschutz offiziell befahren. Dem Stollen gebe ich mal den Buchstaben A. Hier mal ein Grundriss, den mir Herr Trundelberg zur Verfügung gestellt hat: links der Stollen, den ich mit der Feuerwehr befahren habe, rechts der andere.


Diese beiden Luftschutzstollen sind nicht miteinander verbunden, es war ursprünglich geplant, wurde aber nicht fertig gestellt. Ganz aufgeregt an einem verregneten Abend, stand ich vor der sonst  verschlossenen Stollentür, die man mir aufschloss....



Hier ging es dann weiter hinein


wunderschöne Stellen wie hier mit einer wellenförmigen Firstenverkleidung


Nach dem Krieg wurde der Luftschutzstollen auch weiter genutzt wie z. B.  für einen Schießstand, deswegen auch diese wellenförmige Firstenverkleidung. Diese Stelle befindet sich im oberen Teil des Systems. Überreste sind auch auf dem folgenden Foto zu sehen:

Aber auch Bierfässer wurden hier mal gelagert.



Viele Relikte aus dem Krieg befanden sich an der Firste, alte Stromleitungen zum Beispiel.


An manchen Stellen kam mir der Stollen sehr weitläufig und größer als der andere vor. Das war aber eine Täuschung ;-) Meine Lieblingsstelle, die ganz besonders nach Altbergbau aussah, hier:



Da der Stollen auch mehrere Eingänge besaß, wurden sie später verbaut (Hangsicherung am Berg) und natürlich die Sicherung zur Straße. Ganz besonders auffällig, die Schächte die nach oben gingen, sie waren gewaltig hoch und wurden von unten nach oben angelegt. Sie dienten nur zur Belüftung, denn der extremen Höhe der Schächte nach zu urteilen, sind sie für einen Ausgang viel zu hoch. Von unten konnte man einen Gullideckel sehen, unglaublich hoch !!!

hier ging es nicht weiter


Ein Teilbereich wurde vom THW gesichert und versperrt




Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bei Dirk Trundelberg für diese aufregende Befahrung bedanken, natürlich danke ich auch dem gesamten Team von der Feuerwehr/Katastrophenschutz Wuppertal.



STOLLEN B

Eingangsbereich, wo sich wohl ein Künstler ausgelassen hat



Hier noch vorhandene Latrinen



Eine alte Bunkertür



Eine alte Lüfteranlage, verostet und handkurbelbetrieben





LUFTSCHUTZSTOLLEN IN VOHWINKEL







Einen besonders schön angelegten Luftschutzstollen in Vohwinkel, hat Frank wieder ausfindig gemacht. Wir haben vom Eigentümer eine Genehmigung bekommen, ihn zu befahren. Danke noch einmal dafür. Ich werde bewußt keine Standortangaben machen, damit dieser Stollen so unberührt bleibt wie er ist. Er ist ein Relikt aus dem zweiten Weltkrieg und sollte geschützt werden.
Draussen herrschten über 30 Grad Hitze, der Stollen kam uns mit seinen kühlen 8 Grad sehr gelegen, was allerdings ein Temperaturschock war, als wir wieder ausgefahren sind.

Hier die "EINFAHRFOTOS"









Der Stollen hat eine Gesamtlänge von ca. 82 Metern. 2 Eingänge waren vorhanden, wovon der eine, wie hier über uns zu sehen ist, verschüttet wurde.



Hier der halb zugeschüttete Eingangsbereich mit Luftschutztür







Schön im Längsstollen der mit Stahlträgern ausgebaute Stollenteil. Ein Mix aus Holz und Stahl



Lange Stalagtiten an der Firste, eine alte vergessene Lampe, all das prägt diesen Stollen und ließ ihn lebendig wirken














Und wieder hinaus in die Hitze ..stöhn....



ZEITTUNNEL IN WÜLFRATH


Ein sensationelles Erlebnis hatten wir im August. Frank unser W.U.T. - Mitglied, hat uns einen Termin für eine Luftschutzstollentour organisiert. Dieser Luftschutzstollen ist sonst für niemanden zugänglich und befindet sich auf dem Museumsgelände des Zeittunnels. Bevor es aber hinein geht, stelle ich Euch erst einmal das Museum in Wülfrath vor:






Wülfraths wunderschöne Umgebung mit seiner sanften Hügellandschaft bietet viele Ausflugsmöglichkeiten. Die Landschaft ist geprägt durch den Kalkabbau. In Wülfrath befindet sich das größte Kalkabbaugebiet Europas. Die Kalksteinbrüche fügen sich in die Landschaft ein, von der Straße aus sind sie z. T. kaum zu entdecken. Neben den aktiven Steinbrüchen sind die Steinbrüche Prangenhaus, Schlupkothen und der Bochumer Bruch bereits stillgelegt. Verschiedene Wanderrouten erschließen diese ungewöhnliche Landschaft. Der Zeittunnel Wülfrath wurde in dem alten Abbautunnel des Bochumer Bruchs integriert. Er zeigt die erdgeschichtliche Entwicklung von Flora und Fauna der letzten 400 Millionen Jahre und die Industriegeschichte des Kalkabbaus.
Die erdgeschichtliche Ausstellung an einem ungewöhnlichen Ort - in dem
alten Abbautunnel eines stillgelegten Kalksteinbruchs sind 400 Millionen
Jahre Erdgeschichte spannend inszeniert. Informationen zum historischen
Kalkabbau, Naturerlebnis, Klopfplatz fürdie Kleinen und ein Sandkasten für Kinder, die im Sand nach Mineralien suchen dürfen steht auch zur Verfügung und ist für die Kids sicherlich ein Highlight.

Hier ziert neben dem Schlägel & Eisen eine alte Inschrift  das  Tunnelportal
"Bochumer Rheinkalkwerke Wülfrath"



Die Geologie von Perm bis Trias etc...anschaulich und bunt beleuchtet 160 m lang







Aber auch alten Kumpeln begegnet man




So, nach der Theorierunde, konnte ich es kaum abwarten, in den sonst nicht zugänglichen Luftschutzstollen hineinzulaufen, um ihn zu bestaunen und fotografisch festzuhalten, denn den Schlüssel dafür, hatten WIR



W.U.T. FRANK als "SESAM-ÖFFNE-DICH"



Erst einmal ein Gruppenfoto geschossen, bevor es dann in das große Schwarze ging



Der Luftschutzstollen gehört zu der Kategorie "Werkluftschutz" und ist so ca. 1944 eigens für die Steinbrucharbeiter geschaffen worden. Leider existieren keine Belege mehr, über dieses wunderbare Stöllchen, dennoch konnten wir uns nach Befahrung selbst ein Bild davon machen, wie es denn so damals war. Wir hatten die Zeit der Welt und Ruhe, um uns alles anzuschauen und zu fotografieren. Wir schafften uns eine Lichtquelle aus vielen Teelichtern um den Langzeitbelichtungen den richtigen Touch zu geben.

Gut ausgestattet mit Helm und Grubenlampe unser W.U.T. - Mitglied Chris



Blick von Innen nach Außen



Mein Lieblingsmotiv war natürlich wieder die Bunkertür inmitten der "Gebirgslandschaft "aus Fels



Diese Tür habe ich gut über 23 mal fotografiert !



Der Stollen ist wie ein U angelegt und hat eine Länge von ca. 120 m wenn nicht noch mehr. 3 Parallelstollen führen hindurch.
Als das Zeittunnelmuseum 2003 erschaffen wurde, hat man diesen Stollen, der zugemauert war, wieder geöffnet. Ebenso andere Bereiche wieder freigelegt. Genutzt wird er nicht, nur für die kleinen Flattermänner, die dort Ihre Winterruhe halten. Das Schöne an dieser Mischung aus Altbergbau und Luftschutzstollen, sind die hinterlassenen Relikte. Bohrlöchern begegnet man genauso wie dem Stahlausbau für die Standfestigkeit





Alter Kohleherd wo einst die Luftschutzküche war ( Foto Eismann)








Habe mich mal wieder richtig schön dreckig gemacht



Ein kleiner Nebenraum mit Fenster



Eismann macht Selfshots




Nach über 3 Stunden ( ! ).... kehr wie die Zeit untertage verschwindet....machten wir erst einmal draussen auf dem Museumsgelände ein Päusken



Am Ende der Ausstellung erwartete uns noch ein unvergesslicher Ausblick in den 50 Meter tiefen Steinbruch.

Der ehemalige Steinbruch ist heute mit Wasser gefüllt und steht seit mehr als 20 Jahren unter Naturschutz. Rund um den See hat sich eine einmalige Fauna und Flora entwickelt. Auch seltene Tierarten haben eine neues Zuhause gefunden. Das gesamte Gelände ist mit neuen Wanderwegen ausgestattet worden. 31 Hektar Natur pur!  Der Steinbruch Schlupkothen kann in etwa einer Stunde auf einem naturkundlichen und industriegeschichtlichen Lehrpfad umwandert werden. Der See wäre ein Traum zum Baden, allerdings ist der Steinbruch der Sicherheit halber abgesperrt und viel zu gefährlich.








MEIN DANK GEHT AN FRAU GELLERT, DIE MUSEUMSLEITERIN MIT ESPRIT, DIE UNS MIT WORT UND TAT ZUR SEITE STAND UND UNS IN DEN LUFTSCHUTZSTOLLEN LIEß. DANKE AUCH AN FRANK FÜR DIE ORGANISATION !!!! WIR KOMMEN WIEDER !!!!

ZETTUNNEL WÜLFRATH
Hammerstein 5
42489 Wülfrath
Telefon: 02058 / 894644
Telefax: 02058 / 894645
E-Mail: zeittunnel@stadt.wuelfrath.de
www.zeittunnel-wuelfrath.de