Luftschutzsituation der Stadt Wuppertal




Wuppertal bildete zusammen mit den Städten Remscheid, Solingen, Velbert, Neviges und Wülfrath einen Luftschutzort 1. Ordnung, indem 650.000 Einwohner organisatorisch zusammengefaßt wurden.
Bereits 1934 liefen die ersten Luftschutzmaßnahmen an, zu deren Durchführung und Leitung der Stadtverwaltung ein Luftschutzamt eingesetzt wurde.
Ebenfalls unterstanden Werkluftschutz und erweiteter Selbstschutz in städtischen Betrieben der Aufsicht und Ausbildung dieses Amtes.
Die Befehlsstelle des Luftschutzamtes befand sich in Barmen, Verwaltungshaus in der Wegnerstraße.

Nach den ersten britischen Luftangriffen wurde Ende September 1940 der Schwerpunkt auf den Bunkerbau gelegt. Alle verfügbaren Arbeitskräfte, dazu Kriegsgefangene und Wehmachtbaukompanien wurden herangezogen und der Bau der TIEFBUNKER NEUMARKT UND BRAUSENWERTH, der HOCHBUNKER MÜNZSTRAßE, SCHWELMER STRAßE und AM PFAFFENHAUS und der STOLLENANLAGE FRIEDRICH-EBERT-STRAßE begonnen.
Bald darauf wurden die Hochbunker GROßE HAKENSTRAßE, PLATZ DER REPUBLIK, SIEDLUNGSSTRAßE und am SCHUSTERPLATZ errichtet. Die zuletzt begonnenen Bauten ASCHEWEG in Ronsdorf und am FRIEDRICHSPLATZ sowie der OP-BUNKER DER STÄDTISCHEN KRANKENANSTALTEN BARMEN wurden nach den beiden Angriffen im Sommer 1943 nicht vollendet.Abgesehen vom Mangel an Baumaterial, Treibstoff und Arbeitskräften hatte sich der Bau von STOLLENANLAGEN als zweckmäßiger erwiesen.
Die außerdem errichteten WINKELTÜRME HEUBRUCH, HECKINGHAUSER STRAßE und BAUSTRAßE ( heute Else-Laker-Schüler-Straße ) waren hervorragend konstruiert und fanden das Lob aller Fachleute.
Deswegen finde ich es wichtig, den Winkelturm an der Else-Lasker-Schüler Straße unter Denkmalschutz zu stellen.
Bei den Angriffen blieben alle Bunker weitgehend unbeschädigt. Lediglich der Tiefbunker Brausenwerth erhielt am 25. Juni 1943 einen Volltreffer im Eingang B. Die Decke hielt stand. Obwohl durch den Luftdruck Schäden auftraten und Türen herausgerissen wurden, gab es keine Toten oder Verletzten.
Insgesamt boten die Bunker der Stadt planmäßig 6500 Personen Schutz, die über 80 Stollen rund 40.000 Personen.

Es gab auch Luftschutzstollen, die für die Organisation Todt nach den Angriffen des Jahres 1943 gebaut wurden. So zum Beispiel an der LADESTRAßE in Wuppertal Vohwinkel, am Schwebebahnhof HAMMERSTEIN, an der NÜTZENBERGER STRAßE, AM RAUKAMP, AN DER HERMANNSTRAßE, AN DER GOSENBURG und am SPORTPLATZ LEIBUSCH. Alle Anlagen wurden zwar benutzt, wurden aber nie fertig gestellt. Seitens der Stadt Wuppertal wurde für den Luftschutz der Architekt Heinz Rasch mit der Leitung dieser OT Einsätze beauftragt.Als ziviler Luftschutzstollen wurde auch die östliche Röhre des Rauentaler Tunnels eingerichtet, die Spuren sah man noch lange nach dem Krieg.
Über die Organisation Todt die in Verbindung mit Zwangsarbeit in Wuppertal steht, gehe ich unter der Rubrik U-Verlagerung näher ein.





HOCHBUNKER


* Platz der Republik, Elberfeld ( 2009 abgerissen)
* Am Pfaffenhaus, Katernberg (entfestigt, Umbau zum Wohnhaus, laut Unterlagen Pfaffenhaus, real aber Metzmachers Rath 24)
* Siedlungsstraße, Barmen (vorhanden, keine Nutzung)
* Schwelmer Straße , Langerfeld (wird in diesem Jahr zu Seniorenwohnungen umgebaut)
* Schustersplatz, Elberfeld (vorhanden, Privatbesitz)
* Große Hakenstraße, Barmen (vorhanden)
* Friedrichsplatz, Elberfeld (abgerissen, nicht fertiggestellt)
* Ascheweg, Ronsdorf (entfestigt?)
* Münzstraße, Barmen (vorhanden)
* Städtische Krankenanstalten Barmen (OP Bunker)
einer fehlt, es wurden 11 gebaut


WINKELTÜRME



* Else-Lasker-Schüler-Straße Elberfeld (vorhanden,Stadt Wuppertal ist Besitzer, vermietet als Lager)
* Heubruch, Barmen (man nannte ihn "Zuckerhut", abgerissen)
* Heckinghauser Straße, Heckinghausen ( abgerissen)

einen ausführlichen Bericht von Winkeltürmen gibbet hier:

http://www.untertage-übertage.de/Winkeltuerme.html



TIEFBUNKER


* Deckungsgraben Vohwinkel
* Posttunnel Vohwinkel
* Laurentiusplatz
* Döppersberg, Elberfeld (Zivilschutz, Atombunker)
* Neumarkt, Elberfeld (Lager, vorhanden)
* Rathaus, Elberfeld (vorhanden)
* Thalia Theater, Elberfeld (bot Platz für 2000 Menschen, heute steht die Sparkasse dort)
* Alter Markt, Barmen
* Landwehrplatz, Barmen
* Goetheplatz, Vohwinkel
* Johannes-Rau-Platz, Rathaus Barmen

Fortsetzung folgt

Es gibt eine noch nicht vollständige Wuppertal-Untertage-Stollenliste, sie wurde mühselig ausgearbeitet mit mehr als 2 Jahre Suchen & recherchieren:


ELBERFELD

1. Nützenberger Straße ( OT )
2. Nützenberger Straße II ( OT )
3. Uellendahler Straße
4. Bornstraße
5. Bornstraße II
6. Hauptbahnhof
7. Hindenburgstraße ( OT )
8. Dessauer Straße
9. Hardtufer
10. Hardtufer II
11. Friedrichstraße
12. Neuenteich
13. Friedrich-Ebert-Straße I ( Felsenkeller)
14. Friedrich-Ebert-Straße II
15. Friedrich-Ebert-Straße III (  OT )
16. Friedrich-Ebert-Straße IV (Westende/Varresbecker Str.)
17. Friedrich-Ebert-Straße V (Werkluftschutz Fa. Bayer)
18. Friedrich-Ebert-Straße VI
19. Friedrich-Ebert-Straße VII
20. Friedrich-Ebert-Straße VX
21. Ronsdorfer Straße I (Felsenkeller)
22. Ronsdorfer Straße II ( „Trusche I- OT)
23. Ronsdorfer Straße III ( „Trusche II- OT)
24. Bendahler Straße ( Ministollen)
25. Paradestraße ( Kalkbrüche, Behelfsluftschutz)
26. Kellerstraße ( Kalkbrüche, Behelfsluftschutz)
27. Kleeblatt ( Felsenkeller)
28. Schwarzer Weg ( Kiesberg)
29. Bismarckstraße
30. Nevigeser Straße
31. Hünefeldstraße
32. Hindenburger Straße
33. Klever Platz

BARMEN

34. Missionsstraße
35. Hermannstraße ( OT) Tütersburg
36. Melanthonstraße
37. Hohenstein
38. Am Nordpark
39. Westkotter Straße I
40. Westkotter Straße II
41. Westkotter Straße III
42. Barmer Wald
43. Oberbergische Straße
44. Kronprinzallee
45. Victoriastraße

OBERBARMEN

46. Rauentaler Tunnel ( Oströhre OT )
47. Berliner Straße
48. Höfen I ( Felsenkeller, Kalkbruch)
49. Höfen II (Felsenkeller, Kalkbruch)
50. Sportplatz Höfen
51. Schwarzbach Fa. Luhns Gelände

VOHWINKEL

52. Ladestraße ( OT )
53. Hammerstein ( OT)
54. Wiedener Straße
55. Nathrather Straße
56. Flieth
57. Buchenhofener Straße
58. Zur Waldesruh ,Sonnborn
59. Goetheplatz

BEYENBURG

60. Ackersieper Weg
61. Bilsteiner Kopf
62. Am Untergraben ( Sardelle? )
63. Kriegermal Beyenburg ( Sardelle? )
64. Beyenburger Straße I (bei Erfurt)
65. Beyenburger Straße II (Kemna)

LANGERFELD

66. Thielestraße ( Wasserstollen, Behelfsluftschutz)
67. Lenneper Straße ( Fa. Wagner, Schneider Geilenberg OT)
68. Starenschloß ( Wasserstollen, Behelfsluftschutz)
69. Wulfeshohl ( Privatstollen)
70. Öhder Straße I
71. Öhder Straße II
72. Röckesbecke
73. Hölkesöhde I
74. Hölkesöhde II ( Altenheim)
75. Kohlenstraße

HECKINGHAUSEN

76. Gosenburg ( OT )
77. Leibusch, Sportplatz ( OT )
78. Kupferhammer, Blombach

ANDERE

79. Eschensiepen/Laaken, Vorwerk
80. Viehofstraße, Arrenberg ( Felsenkeller Schlachthof)
81. Nöllenhammerweg, Küllenhahn, FLAK
82. Zillertal, Gelpetal)
83. Heidestraße/Hauptstraße, Cronenberg, Heidelager
84. Am Hütter Busch, Cronenberg
85. Friedensstraße, Cronenberg, Waldpädagogisches Zentrum
86. Blombachstraße, Ronsdorf
87. Herbringhauser Straße, Herbringhausen
88. Marscheider Bach, Laaken
89. Morsbacher Straße, Sudberg
90. Raukamp, Uellendahl
91. Leipziger Straße, Uellendahl
92. Junkersbeck, Nächstebreck
93. Beule, Wichlinghausen

Es gibt noch eine Liste vom Amt für Zivilschutz Wuppertal, wo noch 131 Stollen aufgeführt sind, somit haben wir schon über 200 Stollen ausrecherchiert. Diese Liste werde ich aber nicht veröffentlichen, sie kommt irgendwann in meinen geplanten Buch vor :-)
Das ist nur ein kleiner Teil. Denn es wurden ca. 400 Stollen angelegt. Da viele auf Privatgrundstücken liegen, ist es manchmal schwer, sie ausfindig zu machen. Hier werden die Stollen unterteilt in Städtische Luftschutzstollen, Werkluftschutzstollen, Reichsbahnstollen und OT-Stollen.Man darf auch die Höhlen und die ehemaligen Eiskeller von Brauereien nicht vergessen,die zu Luftschutzzwecken genutzt wurden. Auch die sind nicht so leicht auffindbar. Somit ist die Summe der fast 400 Stollen authentisch.

ICH SUCHE DRINGEND EXPONATE AUS LUFTSCHUTZZEITEN FÜR EINE AUSSTELLUNG !!!! BUNKERMUSEUM GEPLANT !!!





KOMISCHE TÜREN UND RELIKTE DIE AUF LUFTSCHUTZ HINWEISEN

Wuppertal hat Unmengen an komischen Zugängen in Form von Türen, Stolleneingänge, zugemauerte Portale etc..einige werde ich hier nach und nach veröffentlichen.

Hier die erste Serie aus der Ecke Unterbarmen/Barmen:


WEITERE RELIKTE FOLGEN....


EIN GEPÄCKTUNNEL UNTER DEM BAHNHOF VOHWINKEL


Anläßlich des Bahnhofsfestes am 6. und 7. Juni 2009 konnte man endlich in diesen 120 Meter langen Gepäcktunnel in Form einer Führung befahren. Hier nun die Impressionen unter Tage :