INDUSTRIERUINEN

GEWÖLBEKELLER



Diesmal konnte ich es mir nicht verkneifen, auch einmal in den Keller zu gehen. Schließlich hatte ich den Verdacht, daß es sich hier um einen Brauereikeller oder Luftschutzstollen handelte. Es ist aber ein alter Lagerstollen , der zu einer ehemaligen Spedition gehörte . Dennoch ist ein Zugang zu einem Luftschutzbereich vorhanden. Von Außen und von Innen sichtbar .

Viele Informationen habe ich nicht, werde dennoch keine Standortangabe machen.

Hier die wunderbare Größe des Lagerstollens



wunderschöne verklinkerte Rundbögen, so wie man sie aus Brauereikellern kennt



ein vergessener alter Handwagen, wie alt mag der wohl sein?



Sicherlich der aufregendste Teil im Stollen : Luftschutz



nochmal der Handwagen







auch hier wurde mal geduscht





Hier ein alter Tank





DOPPELRINGOFEN DÜNKELBERG IN WITTEN



Im Westfälischen Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten kann man heute noch eine Ziegelei mit einer riesigen Doppel-Ringofenanlage besichtigen. Der Bauunternehmer Wilhelm Dünkelberg erwarb vor über hundert Jahren das Gelände der ehemaligen Zeche Nachtigall rund um den Schacht Hercules.

Dort baute er die Ringofenanlage in der jährlich bis zu elf Millionen Ziegel gebrannt werden konnten. Das war damals eine lohnende Sache, da unter den Kohleflözen Schieferton gefunden wurde, den man dann zu Ziegeln verarbeitete.



Die Ofenanlage ist in einem tadellosen Zustand und komplett überdacht, so dass man bei jedem Wetter die Ausstellung bequem besichtigen kann. Es goß ja eh in Strömen an diesem Nachmittag. Auf vielen Schautafeln wird die Funktionsweise dieses Ofens genau erklärt und auch zum Leben der Arbeiter gibt es Ausstellungstücke und Fotos.



Sehr anschaulich ist eine große Holzkiste mit 5 Deckeln und der Aufschrift: “Wie Herr Dünkelberg aus Schieferton Ziegelsteine machte.”

Unter jedem Deckel findet man dann ganz handfest die verschiedenen Materialien vom Schieferton aus dem Gebirge bis zum fertigen Ziegelstein. Das wird hier sehr anschaulich und leicht verständlich dargestellt.



Der Ringofen kann von allen Seiten und auch von oben besichtigt werden und das Beste, man kann auch hineingehen und an verschiedenen Stationen nachvollziehen, wie aus Lehm ein fertiger Ziegelstein wird. Eine wirklich gelungene Sache, die eine Reise wert ist. Der eine Ofen ist schön unberührt, der andere wiederum ist komplett modernisiert für diese Ausstellung.





Eine alte Froschlampe aus Bergmannszeiten ziert diese Vitrine



Tolle Bergbaurelikte zum Anfassen



Die meiste Zeit habe ich im normalen Ringofen mit Langzeitbelichtungen verbracht..


KALKÖFEN IN WUPPERTAL

Ziegelringofen "Klippe"

die Portale von innen

Wenn man mit der S-Bahn Wuppertal Richtung Oberbarmen fährt und aus dem Fenster schaut, fällt einem rechts liegend immer ein Gemäuer mit mehreren Zugängen auf. Ich fragte mich immer was das wohl sein könnte und schaute es mir an. Es ist ein sog. Ringofen. Er ist wunderschön, dennoch komplett zugemüllt. Niemand kümmert sich darum, obwohl man ihn als ein Industriedenkmal bezeichnen muß. Also in Stein gemauerte Geschichte der Stadt Wuppertal.

wunderschöne "Kurve"

Was ist ein Kalkofen?

Es gibt mehrere verschiedene Öfen, Kalktrichteröfen, Ringöfen etc... darauf gehe ich später nach meinen Recherchen ein.

Ein Kalkofen ist ein Brennofen für die Herstellung von Branntkalk aus Kalkstein. Den Prozess an sich bezeichnet man als Kalkbrennen, der durch die Berufsbezeichnung Kalkbrenner entstandene Familenname leitet sich hieraus ab. Die Bedeutung des Kalkbrennens zeigt sich an den vielen Orten namens Kalkofen und den zugehörigen Wappen.

Die gezielte Verarbeitung von Kalkstein zu einem vielseitigen Baustoff gehört zu den ältesten und bis heute bedeutendsten technischen Produktionsverfahren. Die älteste Zeugnisse der Kalkherstellung für die Verarbeitung in estrichartigen Böden von Kultanlagen stammen aus dem Bergtempel vom Göbekli Tepe in Anatolien und sind 11.000 Jahre alt. Bereits im Altertum war die Kunst des Kalkbrennens weit verbreitet. Als Brennstoff wurde ursprünglich Holz, Torf oder Kohle eingesetzt. Die ersten Einrichtungen dazu waren sogenannte Meiler, während später einfache Feldöfen ohne Ummauerung eingesetzt wurden. Einfache Erdgruben, in denen noch im 20. Jahrhundert Kalk gebrannt wurde, sind in großer Zahl im waldreichen Bükk-Gebirge in Nordostungarn zu finden.

Die großen Kalkvorkommen auf der Linie Wuppertal-Hagen-Iserlohn lassen vermuten, dass auch der Kalkabbau in dieser Gegend sehr alt ist. Kalköfen sind in der Gegend ab etwa 800 belegt. Die Bauern der Gegend brannten Kalk aus dem dicht unter der Erdoberfläche vorkommenden Kalkstein (= Calciumcarbonat) für den eigenen Bedarf: als Dünger und für die Herstellung von Mörtel.

       

hier die Arbeitsgewölbe            

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um ein aufgehendes Bauwerk in Gestalt eines vermutlich mit 14 Kammern bestückten Ringofens nach dem Patent von Hoffmann-Licht von 1851. Die Grundrissgestalt des Baukörpers belegt, dass bereits die fortentwickelte Bauform eines nicht mehr kreisförmigen, sondern langgestreckten Ofenkörpers mit abgesetztem, ebenfalls erhaltenem Schornsteinbauwerk vorliegt. Soweit begehbar ist festzustellen, dass der Brennkanal des Objektes vollständig erhalten ist. Über die Schürebene kann in folge Überwuchses und Überdeckung nichts festgestellt werden. Gleiches gilt über den Zustand der südlichen Längsflanke, da durch eine Erdanschüttung jüngeren Datums unzugänglich.

Der Typus des Ringofens, nach dem Patent von Hoffmann-Licht, stellt die technische Lösung des Prinzips der kontinuierlichen Backstein-Massenerzeugung dar, die gerade rechtzeitig vor dem schubweisen Wachstum deutscher Industriestädte ab etwa 1880 bereitstand, um diesen quantitativen Sprung, soweit sich die Anforderungen an die Baumaterialmengenherstellung richteten, zu bewältigen. Die zweite wichtige technische Funktion des Ringofens bildete das Kalkbrennen, gleichermaßen von Bedeutung für das rapide Städtewachstum mit seinem Massenbedarf an Baustoffen. Wie die Untersuchung von Beate Battenfeld ergibt (Beate Battenfeld, Die Ziegelindustrie im Bergischen Land, Solingen 1998), zählte Wuppertal bis zum Jahre 1900 allein 36 industrielle Ziegeleianlagen sowie zahlreiche Kalk-Ringöfen. Die Zahl ergibt sich u.a. auch aus der günstigen Lagerstättensituation, vor allem in Barmen und Elberfeld. Der Quellenlage zufolge handelt es sich bei dem hier vorliegenden Ringofen mit großer Wahrscheinlichkeit um den ehem. Betrieb der Kalkbrennerei Schluck (Adressbuch Barmen 1899, 1927, 1956). In jedem Fall jedoch repräsentiert die Oberbarmer Anlage ein letztes Relikt eines in Wuppertal einst zahlreich vertretenen Gewerbezweiges, ist also von hoher und anschaulicher Bedeutung für die Ortsgeschichte des Industriezeitalters. Städtebaulich repräsentieren Standort und Bauwerk die typischen Lagebedingungen der auf das nahegelegene Rohstoffvorkommen angewiesenen Ziegelei- und Kalkofenbetriebe. Technikgeschichtlich zeigt der Ofen mit Schornstein die für die Zeit zwischen 1880 und 1900 typische Ausprägung als kontinuierlich gefeuerter Betrieb von hoher Wärmeökonomie.

Auf Grund des weitgehend guten Erhaltungszustandes von Ofenkörper und Schornstein erfüllt die Anlage die Voraussetzungen des § 2 (1) Denkmalschutzgesetz NRW. Die Anlage ist bedeutend für die Industriegeschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte von Wuppertal und Umgebung. Für die Erhaltung und Nutzung liegen wissenschaftliche, volkskundliche und städtebauliche Gründe vor. Der Schornstein ist aber leider nicht mehr vorhanden.

In seiner Eigenschaft als ortsfestes industriegeschichtliches Bodendenkmal wird der Ziegelringofen im Ortsarchiv des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege unter der Archivnummer 2250001 geführt.

Ebenso zu erwähnen ist der Kalktrichterofen am Eskesberg. Er hatte im 2. WK auch Luftschutzstatus .Über diesen Kalkofen wird später noch ausführlich eingegangen.

Fotos von den besuchten Kalköfen folgen noch.

man sollte Denkmäler nicht zumüllen !!!

 

LITERATURTIPP:

Paul Reising: Der Kalkofen am Eskesberg. Blütezeit, Verfall und Restaurierung eines Industriedenkmals, Düsseldorf (Beton-Verlag) 1989, ISBN 3-7640-0253-0