FELSENKELLER



Felsenkeller in Solingen


An einem wunderbaren schönen Sonntagnachmittag, wanderten wir wieder auf der Suche nach einem Relikt aus Stein und Fels in Richtung Solingen. Wir fanden den gesuchten Felsenkeller und jeder der mich kennt, weiß, wie verrückt ich nach Felsenkeller bin ;-)

Bin sofort an die Türe und habe den kalten Luftzug gespürt, der mich ja immer magisch anzieht weil: ich untertage am besten atmen kann. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort, parkte gerade der Besitzer des Hauses und fragte uns, ob er uns helfen könne. Unser Interesse kundgetan, bekamen wir dann die Türe aufgeschlossen. Unglaublich !!! Ich hatte einen Puls von 180 und baute gleich mein Stativ auf, denn  die Ausrüstung habe ich ja immer dabei woll? Hier seht Ihr unseren besten Wuppertal-Untertage-Frank, der schon mal das Schloss in der Hand hält ;-)

Der Felsenkeller ist meiner Recherche nach Ende des 18. Jahrhunderts geschaffen worden, aus einer Quelle ( http://www.tetti.de/SOLINGEN/BRUECKE/ronsdorfmuengstener.html) geht hervor:

Bergisches Volksblatt vom 18.1.1862 (2te Ausgabe)



»Solingen: Unsere Stadt und Umgebung sind in den letztverflossenen Jahren um viele öffentliche Bauten und industrielle Etablissements reicher geworden. Ein in dieses Gebiet einschlagender, nicht unwichtiger Zuwachs ist der im Bau befindliche Felsenkeller, den zwei hiesige Bierbrauer in der aus dem Müngstener Thale gen Windfeln aufsteigenden Schlucht anlegen lassen. Immerhin etwas entfernt von der Stadt, ist die Lage doch bei der Tiefe und Enge der Schlucht, die dazu noch nach Norden ausmündet, eine sehr günstige zu nennen. Etwa 100 Fuß tief in den Berg hineingetrieben, wird einer unendlichen Fluth des edlen Gerstensaftes eine geräumige Herberge und zugleich ein sicheres Asyl geboten vor jenen gluth- und unheilvollen Strahlen der Augustsonne, die, während sie einerseits das labendste und erquickende Tränklein ungenießbar machen, auf der anderen Seite den quälenden Durst noch zu steigern vermögen. Muthmaßlich wird der Keller schon im März seiner Bestimmung übergeben werden können.
Abgesehen davon, daß in unserem biertrinkenden Zeitalter die Nützlichkeit der erwähnten Anlage nicht zu unterschätzen ist, gewinnt dieselbe ein noch erhöhtes Interesse dadurch, daß die Räumlichkeiten ohne Zweifel auch zur Herrichtung eines Eiskellers Veranlassung geben wird.«
Es ist nicht bekannt, ob die Wirtschaft bei dem Felsenkeller zu gleicher Zeit errichtet wurde oder später. Diese brannte in Nacht vom 17. auf den 18. Dezember 1878 vollständig nieder und wurde später wieder neu errichtet (dieHeimat, 1960, S.20).


hier der Eingangsbereich zum Luftschutz umfunktioniert




Unglaublich aber wahr, daß er auch Luftschutzstollen im 2. WK war. Man sah es  recht deutlich denn am Boden lagen Gasmasken, die mir sehr gruselig vor die Linse traten.


Der Felsenkeller hat auch einen eigenen Brunnen, der mit klaren kalten Wasser gefüllt war. Tropfen von der Firste füllten ihn wohl auch noch Jahrzehnte lang

Er ist ca. 40 m lang, sehr kühl und feucht. Mehrere alte Lichtleitungen schlummern rostig an der Firste vor sich hin




Vor lauter Euphorie bemerkte ich garnicht , daß ich schon nasse Füße hatte




Das war wieder ein wundervoller Zufall und ein einschneidendes Erlebnis für mich, einen Felsenkeller einfach so befahren zu dürfen. Mein Dank geht an den Hausbesitzer !!!!



EISKELLER IN HERBRINGHAUSEN



Den ersten Anschein nach ist es wie in alten Altbergbaustollen. Man schluft rein, steht im Gebirge und denkt erst an Abbau vom Gestein. Auf dem ersten Blick sieht dieser Stollen aus, wie ein ehemaliger Versuchsabbaustollen, wenn man aber schon einige Felsenkeller bzw. Eiskeller gesehen hat, fällt einem die auf beiden Seiten befindlichen Anhöhen am Boden auf, die es nur in Eiskellern gibt. In der Mitte wurden die Fässer transportiert, an den erhöhten Seiten gelagert. Oben im Stollen befindet sich ein hoher Schacht. Hier dürfte das Eis hinuntergeschüttet worden sein. Belege über diesen Stollen  habe ich nicht ausfindig machen können, aber nach meinen Erfahrungen dürfte meine Überlegung der Realität entsprechen.
ACHTUNG :Der Stollen ist absolut gefährlich. genau in der Mitte des Transportweges, hängt das Gestein sehr locker an der Firste. Betreten verboten also !!!!









Stollen an der Kellerstraße in Elberfeld



Eine Mischung aus Altbergbau und Luftschutzstollen? In Form eines Felsenkellers? Das gibt es auch in Wuppertal. Einen mir bekannten Felsenkeller werde ich mal kurz vorstellen. Vielleicht ist Euch auch mal an geglätteten Felsenmauern ein zugemauerter Eingang aufgefallen. Hier in der Stadt tauchen sie in Massen auf, wenn man darauf achtet.
An der Kellerstraße wie an der Paradestraße ist ein Eingang. In einem alten Bericht von Fritz Jordes von 1897 heißt es:

"Der Engelnberg war reich an Gruben und unterirdischen Gängen, die halb verschüttet, aus jener Zeit sich erhalten haben, in denen aus seinem inneren der Schlägel des Bergmanns erklang. Hier wurde damals Kalk gebrochen und gebrannt, nach Erzen sein Gestein durchwühlt und diese an den Abhängen des Berges verhüttet. Die Halden sind heute verwaschen, die Mündungen der Stollen verstürzt und von jener Zeit ist nichts mehr übrig geblieben als sagenhafte Erinnerungen, die zuweilen leise auftauschen, wenn beim Fundamentbau neuer Häuse Reste alter Gänge auftauchen.
Als ungefähr vor sechzig Jahren (ca 1840) nördlich der Fabrik von Jaeger (jetzt Clemen) am Neuenteich ein Hügel am Fuß des Engelnberges abgetragen wurde, stießen die Arbeiter auf eine solche Öffnung, die nach fachmännischem Urteil des Mundloch eines alten Stollens von elliptischer Form, der sich ehemals hinzog bis zur Wilhlemshöhe an der Paradestraße, also bis zur anderen Seite des Berges. Dieser Gang war mit SCHLÄGEL UND EISEN getrieben, stammte demnach aus einer Zeit, in der man die Sprengkraft des Pulvers im Bergbau noch nicht zu verwerten verstand. Entwässert durch einen unter ihm liegenden Stollen, war seine Sohle trocken ".

Als ich das las, habe ich mich gefreut. Das ist wieder ein Beweis alter vergangener Bergbaugeschichte der Stadt Wuppertal. Den Stollen kann man heute durch Kellerräume der St. Petri-Gemeinde erreichen, sie sind aber nur einige Meter tief. Vielleicht darf ich sie mir in Kürze mal selber anschauen.
Während des zweiten Weltkrieges diente dieser Stollen den Anwohnern Schutz, während der Bombenangriffen.
Die Erzählungen und Legenden um diese "Höhle" die unter dem ganzen Berg hindurchführt, haben sich bis heute unter den älteren Stadtteilbewohnern erhalten.

Hier ein paar Fotos von den noch sichtbaren Relikten aus Beton, Fels und Stein:

hier die Eingangstür

Die St. Petri Gemeinde mit Zugang zum Gewölbe

Das könnte der ehemalige Luftschutzeingang gewesen sein

Felsenkellerzugänge von hinten

ein paar Löcher zum Belüften und eine Klappe im vermauerten Eingang

noch ein  ehemaliger Zugang ?


über dem Eingang ragt ein gewaltiges Wurzelwerk