REMEMBER OSTERSBAUM-BUNKER
WAS ÜBRIG BLIEB
Es ist ein komisches Gefühl, wenn ich zum Ostersbaum gehe, und der Anblick vom Bunker einfach fehlt. Ungewohnt ist nun die Atmosphäre am Platz der Republik.
Mein Dank geht an das Stadtteilprojekt Ostersbaum für den Gedenkstein !
BLICK ZURÜCK: ABRISSPROTOKOLL
23. 07. 09 Abriss in der Endphase
Platz der Republik: 850.000 Euro bleiben für die Neugestaltung
Ende August soll auch der letzte Betonschutt abtransportiert sein. Dann ist das Areal reif für die Neugestaltung. Die übernimmt das Ressort Grünflächen und Forsten. Geplant sind ein Bolz- und Spielplatz, Wege und Wiesen. Dafür stehen noch 850.000 Euro zur Verfügung. Im Frühjahr des kommenden Jahres soll alles erledigt sein
Quelle: WZ vom 23.07.09

Bald ist es soweit, Wuppertals größter Hochbunker wird abgerissen. Um ihn herum beginnen nun die Vorbereitungen. Bäume wurden gefällt, Zäune gesetzt. Der Getränkemarkt im Bunker ist auch schon ausgezogen. Es ist einfach schade, daß er abgerissen wird, anstatt ihn zu einem Jugendzentrum zu nutzen. Vielen ist er noch in guter Erinnerung, denn er bot damals Menschen auch Obdach, als er für Wohnunterkünfte diente. Hier widme ich dem Koloß aus Wuppertal mit aktuellen Fotos die letzte Ehre:








Wuppertal verfügt über einige Hochbunker, die nicht mehr genutzt werden. So auch am Ostersbaum am Platz der Republik. Dieser schöne und größte Koloß eigens für den 2.Weltkrieg geschaffen, sollte bereits diesen Sommer abgerissen werden. Dann hat er noch eine Schonfrist bekommen. Er wird aber nun 2009 der Neugestaltung des Platzes weichen müssen. Die Stadtverwaltung warte noch auf einen Bescheid der Bezirksregierung, die die Kosten in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro weitgehend übernehmen wolle, sagte ein Sprecher. Liege der Bescheid bis zum Sommer vor, könne man im Januar nächsten Jahres mit dem Abbruch beginnen. Anfang 2010 solle dann der Platz der Republik neu gestaltet werden. Für mich unverständlich, er ist voll integriert auf einem großen Spielplatz für Kinder und Treffpunkt des sozialen Netzes der Stadt.



UMFRAGE DER WZ IM DEZEMBER 2008
Freut es sie, daß der Bunker am Ostersbaum abgerissen wird?
73,6%
Ja.
26,4%
Nein.
Stimmen Total: 363
MEINUNGEN DER BÜRGER
Gerd Heinrich Olbrich, Wuppertal 16.12.2008 02:45
Wen stört eigentlich der Bunker so sehr, dass man jetzt mit allen Kräften versucht, dem Bürger irgendwie zu vermittlen, dass der Abriss unbedingt in ihrem Sinnen sei? Die genannten Gründe erscheinen wenig stichhaltig. Vielleicht sollten einige aufmerksame Bürger doch einmal der Frage nachgehen "Wem nützt es?". Ansonsten sind ja knapp zwei schlaffe Milliönchen doch wirklich für die "Pleitestadt Wuppertal" einfach nur "Peanuts"!
Linda Terwissen, Wuppertal 13.12.2008 13:15
Diese immense Geldverschwendung bei einer Stadt, die pleite ist, ist einfach nicht mehr nachzuvollziehen. Das sich einige Bürger auch noch verleiten lassen, hier mit "ja" zu stimmen, ebenfalls nicht. Begreif man denn nicht, dass hier lediglich gewisse Interessen Einzelner bedient werden sollen. Das ganze wird den einfältigen Wuppertalern schon irgendwie verkauft. Pfui.
Klaus Lüdemann, Wuppertal 12.12.2008 21:58
Bunkerabriss auf dem Platz der Republik ist richtig! Ich kann die Leserbriefschreiber ja verstehen: Woher kommt das Geld für den Abriss, wo die Stadt doch pleite ist ? Wer kritisiert, soll auch die ganze Geschichte kennen : Vor vielen Jahren gab es Pläne, den Bunker „aufzuschneiden“ und Büros, Wohnungen und einen Supermarkt einzubauen. Doch die Investoren sind abgesprungen. Die Stadtteilkonferenz hat daher beschlossen, die Bunker-Ruine abzureißen. Das klang zunächst utopisch. Die Wuppertaler Grünen haben die Idee aufgegriffen und Anträge geschrieben. Das Gebäudemanagement hat schließlich mit Hilfe von Landeszuschüssen (fast 80%) ein Finanzierungskonzept entwickelt und die Aufträge vergeben. Der Abriss und die Neugestaltung der Fläche kosten insgesamt 1,65 Mio. €. Das stand schon im Mai in der Lokalpresse. Übrigens sollen nicht alle Hochbunker abgerissen werden. Für den in der Schusterstrasse habe ich selbst ein Konzept entwickelt, das ein Blockheizkraftwerk, Ateliers und einen 30 m hohen Turm auf dem Dach vorsieht. Die Stadt und das Gebäudemanagement sind hier außen vor : Dieser Bunker ist in Privatbesitz.
Ursula Nahrgang, Wuppertal 12.12.2008 17:08
Schön das endlich dieser Schandfleck verschwindet. Ich habe selbst die Angriffe im Bunker erlebt und trauere dieser Zeit nicht hinterher. Ich kann dieses romantische Verklären der schlimmen Vergangenheit nicht nachvollziehen. Die Zukunft sind unsere Kinder und die sind viel besser im neuen Park als im alten Luftschutzbunker aufgehoben. Wer soll eigentlich die hier angeregten zusätzlichen Gedenkstätten bezahlen und pflegen? Wuppertal hat jetzt schon mehr als 4.500 Denkmäler! Das reicht vollkommen aus. Schön das der Abbruch beginnt und Zukunft gestaltet wird!
Bernd Olszynka, Wuppertal 11.12.2008 15:40
Vielleicht kann sich ja mal ein Verantwortlicher dazu äußern, was uns das Späßchen kostet und warum nach mehr als einem halben Jahrhundert plötzlich der Bunker verschwinden muss. Allein der Abbruch ist ein nicht zu ertragendes "Spektakel" für die ganzen Anwohner in einem weiteren Umkreis. Krach, Dreck, Staub usw. usf. N E I N zum Abbruch. Das "plötzlich gefundene Geld" lässt sich sinnvoller ausgeben. Wie wärs denn evtl. auch mal mit Sparen. Diese Fremdwort möchte ich der Stadtverwaltung ans Herz legen. Ich vermute hinter den plötzlichen "Abbruchgelüsten" ganz massive Interessen von privater Seite. Nein, machen mir mit wenig Geld einfach etwas Positives aus dem Bunker. Eine Umfrage Ostersbaum wird schon genügend Anregungen geben. Sollte man trotzdem versuchen, den Bunker abzureißen, muss man das - mit allen Hintergründen - notfalls auch gerichtlich untersuchen lassen.
Klaus Sandkühler, Wuppertal 11.12.2008 13:48
Mich hat der Bunker nicht gestört. Wer muß eigentlich den Abriss bezahlen? Hier scheinen ja einige Behörden einen Geldesel zu haben. Dieses Geld sollte man lieber für die Bildung verwenden. Dort ist es besser aufgehoben als für irgendeine Symbolpolitik.
Tanja Griese, Wuppertal 11.12.2008 11:41
In Wuppertal ist alles möglich. Da finden sich plötzlich Millionen, von denen keiner mehr wusste. Und man hat auch gleich eine Möglichkeit gefunden, das Geld auszugeben. Aus welchen Gründen muss plötzlich der Bunker weg? Kann man mir bitte erklären, was daran auf einmal so dringend ist, nach sechzig Jahren? Nein, da steckt etwas anderes dahinter. Ein klares NEIN zum Abriss. Es lässt sich sicherlich mit sehr viel weniger Geld, als es der Abriss kosten würde, etwas vernünftiges aus dem historischen Gebäude machen oder sollten hier lediglich private Interessen eine Rolle spielen?
Laura Olthues, Wuppertal 11.12.2008 11:36
Es ist unglaublich was in Wuppertal passiert, wenn gewisse Personen etwas haben möchten. Da "finden" sich sogar Millionen in der leeren Stadtkasse. Für nichts ist Geld da. Weder für Schulmittagessen, noch für dringend erforderliche Renovierungen an Schulen. Geld für den völlig überflüssigen Abriss "findet" man so einfach, ebenso wie für die ebenfalls total überflüssige "Nordbahntrasse". Wie gut, dass bald Wahlen sind. Hoffentlich ändert sich dann mal etwas an den Strukturen in unserer Stadt. Ich hoffe auch, dass die Bürger, die hier mit "ja" gestimmt haben, noch einmal nachdenken und dann zu einer neuen Meinung kommen. Man sollte die Hintergründe kennen.
hw grese, 42107 elberfeld 11.12.2008 00:51
Ein klares nein. Keiner, der um den Exter wohnenden kennt den Platz ohne Bunker. Der Abriss ist eine Belastung und Zumutung für die unmittelbaren Anwohner, er zeigt wie selbstherrlich ein Sozialdezernent hier Stadtplanung betreiben konnte. Alles unter dem Deckmantel von Bürgernähe und Wohnumfelderneuerung. Hilft das dem Viertel um den Paradeberg wirklich weiter? Wo ist denn in der leeren Stadtkasse plötzlich Geld gefunden worden und das Geld vom Land ist auch Steuergeld des Bürgers. Für Schulrenovierungen ist kein Euro vorhanden und für den Abriss werden mit Sicherheit mehr als 2 Millionen verplempert. Die Parkplatznöte einer angrenzenden Firma hätte diese auch auf den eigenen - jedoch vor Jahren mit Gewinn verkauften - Grundstücken lösen können.
Laura Gerswind, Wuppertal 10.12.2008 20:27
Ich finde auch, dass ein Abriss keine Lösung ist. Dieses Monument sollte in geeigneter Form umgestaltet werden. Man könnte hier z. B. eine Gedenkstätte, ein Museum usw. unterbringen. Ein Abriss kostet auch Geld. Das Geld könnte so viel sinnvoller ausgegeben werden. Schade, dass man in Wuppertal keinen Sinn für Geschichte hat.
Hans Szygulla, Wuppertal 10.12.2008 19:18
Das ist ein historisches Baudenkmal, das an die Geschichte Wuppertals im Zweiten Weltkrieg erinnert. So etwas zu vernichten ist barbarisch. Wuppertal hat schon zu wenig historische Gebäude. Ausserdem ist es ein Monument, das an tausende von Menschen erinnert, die im Krieg ihr Leben ließen. Ich bin entsetzt darüber, wie hier mit der Geschichte umgegangen wird.
Hans Schneider, Wuppertal 10.12.2008 07:46
Über 60 Jahre liegt das Ende des zweiten Weltkrieges zurück. Mehr als ein halbes Jahrhundert musste der Bezirk Ostersbaum mit dem Schandfleck leben. Fasst hatten sich die Bewohner schon an den Bunker gewöhnt. Endlich nach vielen Jahrzehnten, ist der Abriss beschlossen worden und bereits in den nächsten Wochen beginnen die Abbrucharbeiten. Noch einmal müssen die Anwohner unter dem Bunker leiden, denn 20.000 Tonnen Bauschutt kann man nicht ohne Lärm-und Staubbelästung entsorgen. Hoffentlich erhält der Platz der Republik anschließend eine anwohnerfreundliche Gestaltung. Kreativität ist gefordert und nicht das Streben nach einem "Schönheitpreis". Der Platz muss für die Menschem am Ostersbaum geschaffen werden !
HISTORIE
Der Ostersbaum-Bunker steht nicht nur an einem geschichtsträchtigen Platz, auf dem schon Friedrich Ebert und Ernst Thälmann große Reden hielten. Der Bau selbst hat ebenfalls eine wechselvolle Geschichte. Während des Zweiten Weltkriegs als Schutzbunker erbaut, diente er nach dem Krieg als fensterlose Unterkunft für obdachlos gewordene Familien. Die Lebensbedingungen in der Notunterkunft waren auch ursächlich für die Gründung des Nachbarschaftsheims. Erst 1960 wurde der Bunker endgültig geschlossen und diente in den späteren Jahren unter anderem als Proberaum für Musiker. (gör)
Quelle: WZ 12/08
NEUES:
Am 8. Januar durfte ich mit dem WDR in den Bunker gehen, es gibt einen kleinen Beitrag darüber in der Lokalzeit Bergisches Land .
http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2009/01/17/lokalzeit-bergisches-land-bunker.xml
Ich bin froh, daß ich ihn noch einmal von innen sehen durfte. Er hat wirklich Größenpotenzial !! Der Maschinenraum mit den Lüfter- und Filteranlagen sind super erhalten, viele alte Tapeten aus den 50er Jahren prägen ein Bild davon, daß hier auch mal drin gewohnt wurde. Ich durfte den Bunker von innen sehen, habe ihn gerochen, befahren, erlebt und an manchen Stellen im Raum, habe ich mich hineingefühlt in jener, die damals in den Bombennächten dort schreckliche Erlebnisse hatten. Es macht mich traurig, daß er nun den Erdboden gleichgemacht wird, daß man ihn vor Jahrzehnten schon vernachlässigt und vergessen hat, dann wäre er sicher nicht verschimmelt. Er hatte noch ein wenig Leben durch den Getränkemarkt, der die Getränke dort ohne Kühlschränke kühlen konnte, dank seiner konstanten Temperatur.
Ich möchte mein Mitgefühl den Zeitzeugen aussprechen, die mit dem Bunker schlechte Erinnerungen zurückbehalten haben, und die heute froh sind, nicht mehr an ihn erinnert zu werden. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Dennoch ist er für mich und vielen anderen, ein historisches Luftschutz-Bauwerk. Ihn nutzen zu können, wäre nicht so teuer gewesen, wie der Abriss.
Hier für alle Bunkerbildergenießer noch einmal Innenaufnahmen, denen ich hiermit auch eine Erinnerung an den Bunker, den es Ende des Monats an den Kragen geht, gedenken möchte.

Flur mit endlos vielen Räumen, in denen mal gewohnt wurde



die Holzbänke dienten den Menschen während der Bombenangriffe Sitzgelegenheit

Inschrift, die an damals erinnert. Die einzigste im Bunker

Die Maschinerie zur Lüftung und Filterung




Temperaturregler für die Öfen





man sieht hier die schäbigen alten Tapeten

Mein Nachbar hat als Kind vor den Bomben in diesem Bunker Schutz suchen müssen. Seinen Emotionen nach zu urteilen, hat er keine schöne Erinnerung an die Nächte in Dunkelheit, Panik und ewiges Warten aufs Rausgehen. Er ist froh, wenn er abgerissen wird.
AUF WIEDERSEHEN BUNKER AM OSTERSBAUM. ICH WERDE DICH NICHT VERGESSEN !!!!
DEM ENDE NAH
AN DIESER STELLE MÖCHTE ICH NOCH MITTEILEN, DAß DER BUNKER NACH SEINEM VERSCHWINDEN EIN SCHILD BEKOMMT,
DANK DEM NACHBARSCHAFTSHEIM WUPPERTAL e.V. WIRD DER BUNKER NICHT IN VERGESSENHEIT GERATEN.
MEHR UNTER
http://www.nachbarschaftsheim-wuppertal.de/verein/historie.html
ICH SUCHE HISTORISCHE FOTOS VON DEM BUNKER AUS ALTEN TAGEN !!!!!!
Der 1, 65 Millionen Euro Abriss hat jetzt begonnen. Mit einem 85 Tonnen schweren Bohrmeißel und einem 40 Tonnen-Bagger wurde die 1,20 m dicke Betonwand des Hochbunkers geöffnet. Bis Mitte Juni soll der Abriss andauern. Die offenen Bereiche zeigen deutlich den Lüftungsanlagenraum, in dem ich noch letzte Fotos schoss. Entsorgt wurden die Filteranlagen nicht. Ein Bild des Grauens, wenn man davor steht. Viele Schaulustige fotografieren zur Zeit den Bunker. Hier noch wortlose Fotos vom heutigen Nachmittag.
STAND 21.02.09
Aufnahmen von meinem Außenreporter Christoph
DIE WERTVOLLE LÜFTUNGSANLAGE ALS SCHROTTHAUFEN
STAND 13.MÄRZ 2009
Lange habe ich es mir verkniffen, an einem normalen Werktag dort hin zu gehen. Da ich es aber dokumentieren möchte, habe ich mit nassen Augen Filme gedreht und Fotos geschossen. Ich kann Euch sagen, es stehen noch viel mehr Schaulustige rum, die sich interessiert zeigen. Der Abbruch reizt natürlich den Industrie-Fotografen. Nun die vielen Bilder, da müßt Ihr leider lange scrollen ;-)









HIER SIEHT MAN NOCH DIE LÜFTUNGEN AN DER DECKE UND LINKS NEBEN DER TAPEZIERTEN WAND ERKENNT MAN , DAß ES AUCH EINEN SEPERATEN LÜFTUNGSGANG GAB




WIE DAS GANZE KLINGT UND AUSSIEHT KÖNNT IHR BEI MIR UNTER FOLGENDEM LINK AUF VIDEO SEHEN:
http://www.youtube.com/user/schlufine2009
Auf dem Foto unten liegen 2 verbogene Bunkertüren auf dem Schuttberg.


Hier 2 verbogene Bunkertüren

