ALTBERGBAU IN UND UM WUPPERTAL
DER FALSCHE Fe (duard) IN NÄCHSTEBRECK

Die Stadt Wuppertal hat in ihrer Bodendenkmalliste ein Objekt aufgeführt, welches ein Wasserstollen mit geologischen Aufschluss sein soll. Dies ist nicht richtig . Dieser Stollen in der Gemarkung Nächtebreck ist ein Altbergbaustollen mit nachträglichen Luftschutzeinbauten. Vieles deutet darauf hin, wie man auf den Bildern erkennen kann. Gemauerte Bereiche in einem Altbergbaustollen, sind Relikte aus dem zweiten Weltkrieg. Auch hier leider nur Müll...
Also benennen wir ihn mal den falschen Fe ( für Eisen ;-) ) Eduard





STOLLEN IM GELPETAL
Das Bergische Land hat viel zu bieten....
So zum Beispiel den Rundwanderweg um die Ronsdorfer Talsperre, auf dem man auf den alten Pfaden der Frühindustrialisierung wandelt.
Bergbau, Schmieden und Schleifereien prägen das Bild des Gelpetals.
Doch wer nun glaubt, er ginge durch ein Industriegebiet, der irrt.
Die Zeiten, in denen hier Eisenerz abgebaut wurde und Köhler ihre Arbeit qualmend zur Schau stellten, sind lange lange vorbei.
Heute erinnern nur noch Bachläufe, Stauseen und Schilder an diese Industriezone aus dem Mittelalter.Ursprünglich wurde das Erz im Tagebau gewonnen, später trieb man Stollen ins Gebirge, um den Erzgängen zu folgen. Die Relikte von Gruben, Stollen und Pingen auf Remscheider und Wuppertaler Stadtgebiet legen bis heute Zeugnis ab von diesem frühen Bergbau in unserer Region.Einen kleinen Stollen habe ich letztens befahren.
Überlegungen ob mit Kopf oder Bein zuerst....

schönes Kämmerlein



Ende Gelände...verschüttet

Bohrpfeifenloch


Selfshot im Berg

Blick Richtung Tageslicht

dreckig, geschafft und überglücklich..weil untertage kann ich am besten atmen

KLEINER SANDSTEINSTOLLEN IN BEYENBURG
Dieser schöne und für mich selten gesehene Sandsteinstollen namens "Muggel" in Beyenburg, ist noch ein Relikt aus der Zeit des Schlägel und Eisens. Es finden sich keine Spuren von Bohr- oder Sprenglöchern. An manchen Stellen sieht es arg gefährlich aus, dennoch hat sich die "Abkühlung" an diesem Tag für mich gelohnt.
Es ist nur ein kleiner Raum, mit einem riesigen Eingangsportal.
Innen ist es recht kühl und ein wenig feucht. Langzeitbelichtungen sind hier wohl nur bei Nacht möglich. Zu sehr strahlt das Tageslicht hinein. Deswegen sind diese Fotos auch relativ schlecht geworden.
DAS MUTTENTAL


Am südlichen Ufer der Ruhr erstreckt sich in Witten das Muttental, welches mit mehreren Wander- und Radwegen besticht. Einer dieser Wanderwege ist ein rund 9 Kilometer langer Rundwanderweg, der an zahlreichen Informationspunkten vorbei führt, die wiederum über die Geschichte des Bergbaus im Muttental berichten. Ohne diese Täfelchen würde man von der einstigen Industrie im Muttental kaum noch etwas merken. Wer nicht laufen möchte, der kann mit dem privat betriebenen Museumszug des Eisenbahnmuseums durch das Tal fahren. Allerdings ist der Zug nur an sommerlichen Sonn- und Feiertagen in Betrieb.Das Muttental war schon öfters ein Ausflugsziel für uns. Da ich unbedingt bei diesem wundervollen Wetter Fotos machen und das Museum besuchen wollte, planten wir eine Bergbauwanderwegexkursion.

DIE WUNDERSCHÖNE RUHR
Mitten im Muttental, am südlichen Ufer der Ruhr befindet sich ein weiteres Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Die Zeche Nachtigall gilt als die älteste Tiefbauzeche der Region und war bereits im 18. Jahrhundert in Betrieb. Zu sehen gibt es einen Besucherstollen, der anschaulich zeigt, wie die Arbeitssituation damals unter Tage war. Viel schöner, als es ein Museum lediglich mit Bildern könnte. Zudem besteht an jedem Sonntag um 15 Uhr die Möglichkeit an einer kostenlosen Führung durch das Museum teil zu nehmen. Praktischerweise liegt die Zeche Nachtigall direkt am Ruhrradweg.
GEBÄUDE MIT KAMMERRINGÖFEN

SCHILDERWALD
Das Westfälische Industriemuseum öffnet hier seine Pforten und präsentiert Einblicke in die Welt der Kohleförderung und des Ziegelei-Alltages. Nachdem 1892 die Kohleförderung eingestellt wurde, wurde hier eine Dampfziegelei mit einer Doppelringofenanlage errichtet, die nun - rekonstruiert - verschiedene Arbeitsvorgänge zeigt.
In der Ausstellung "Eimerweise" gibt es Aspekte des Kleinbergbaus bis 1945 zu sehen und an Bord eines 35 Meter langen Segelschiffes erlebt man die Geschichte des Schiffsbaus und der Kohleschifffahrt.
Ein Höhepunkt des Museumsbesuchs ist der Gang durch das Besucherbergwerk. In dem alten, 130 Meter langen Stollen im Hettberg, der seit 1990 bergmännisch ausgebaut ist und als Schaubergwerk dient, werden typische Arbeitssituationen im Bergbau demonstriert.Der hat allerdings erst ab Mai geöffnet. Also müssen wir noch einmal hin !!!

IM MUSEUM AUSTELLUNGSRAUM

Zeche Theresia

Tolle TÜR
Die alte Zechenanlage liegt direkt unterhalb von Schloss Steinhausen.1789 wurde die Kohlenlagerstätte gemutet. 1800 wurde das Längenfeld unter dem namen Theresia verliehen. 1812 wurde der Stollenabbau im Flöz Geitling betrieben. Der Schacht war 7,50 m breit und hatte eine Länge von 1000 m Strecke.
Theresia und Nachtigall schlossen sich 1832 mit anderen Stollenzechen zum Zwecke des Tiefbaues unterhalb der Ruhrsohle zusammen.

GRUBEN- UND FELDBAHNENAUSSTELLUNG
1838 - 1844 lag die Zeche Theresia wegen Wassereinbruch still. Seit 1844 wurde zur Ausbeute der Kohle unter der Ruhr der tonnlägige Schacht Catharina abgeteuft, seit 1892 der Schacht Theresia. Endgültig eingestellt wurde die Zeche Theresia, als die Zeche Nachtigall 1892 stillgelegt wurde. In dem nicht mehr vorhandenen Schachtgebäude stand damals eine 24 PS starke Dampfmaschine für die Kohlenförderung und die Wasserhebung.
EISMANN MACHT DETAILAUFNAHMEN
Tiefbauzeche Nachtigall
Die Zeche Nachtigall wurde 1728 erstmals urkundlich als Stollenzeche erwähnt. Durch die Starke Nachfrage nach Kohle in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, schlossen sich 1832 mehrere Kleinzechen der Umgebung mit der Zeche Nachtigall zusammen.Es wurden der tonnlägige, also der schräg verlaufende Schacht Neptun und der senkrecht verlaufende Schacht Herkules abgeteuft. Der Einsatz von Dampfmaschinen zum Abpumpen des Grundwassers war hier eine wichtige Voraussetzung, denn die Schächte reichten unter dem Ruhwasserspiegel.
GARTENDEKO MASKOTTCHEN
1892 wurde die zeche Nachtigall stillgelegt und die Anlage zur Zeigellei Dünkelberg umgebaut. Aus dieser zeit stammen zwei erhaltene Kammerringöfen, die 1964 stillgelegt wurden. Die wollte ich eigentlich besuchen, allerdings haben sie erst ab Mai geöffnet. Somit hole ich den Besuch noch nach. Denn ich liebe Ringöfen ;-)
Nach dem Besuch werde ich diesen Bericht noch einmal vertiefen und erweitern. Nun erfreut Euch an den Fotos und besucht einmal die Ecke.

DIE SCHÖNE HILDA
MINIATUR ALS SPENDENKASSE
Gruben- und Feldbahnmuseum Zeche Theresia
Nachtigallstr. 27-33, 58452 Witten
Telefon:+49 2302 2024791
http://www.muttenthalbahn.org/
Literaturempfehlung:
GERHARD KOETTER
"VON FLÖZEN, STOLLEN UND SCHÄCHTEN IM MUTTENTAL"
Klartext-Verlag
ISBN 978-3-89861-612-6

STEINBRUCH DÜNKELBERG STOLLENMUND HIER WURDE SCHIEFERTON ABGEBAUT
VEREINIGUNGSSTOLLEN
FRIELINGSHAUSSTOLLEN


ZECHE NACHTIGALL


GLÜCK AUF UND KOMMT MAL MIT REIN:


Der Steinbruch Dünkelberg wurde durch die Ziegelei Dünkelberg betrieben, die sich auf dem Gelände der 1992 stillgelegten zeche Nachtigall befand. Der hier abgebaute Schieferton wurde durch den 130 m langen Nachtigallstollen zur Ziegelei nördlich des Berges gebracht und für die weitere Ziegelherstellung verarbeitet.
In der Steinbruchwand oben ist die Sandsteinbank zu sehen, die unter dem nicht mehr vorhandenen, abgetragenen Flöz Finefrau liegt. Darunter folgen das etwa 30 cm dicke, nicht abbauwürdige Flöz Geitling 3 und die verschiedenen Lagen des Schiefertons.

Am Fuße der Wand lag das Flöz Geitling, das hier unter dem Namen Nachtigall abgebaut worden ist. Die Schichten sind wie auch die Kohlenflöze an mehreren Stellen durch kleine Sprünge leicht gestört, was die Arbeit der Bergleute erschwerte. Die Gesteinsschichten fallen mit ungefähr 20 Grad nach Norden ( also nach hinten) ein. Deshalb findet man im nördlichen Bereich des Stollens das schmale Flöz Geitling 3 wieder vor.
Die Schutzpatronin der Bergmänner die heilige Barbara



Oft mußte man den Kopf einziehen und in gebückter Haltung die Strecke entlang laufen, der Helm war deshalb goldwert ;-)

Der Stollen ist mit verschiedenen Ausbauarten abgesichert, er wird jeden Tag kontrolliert und gewartet.


Blick nach draussen

Besonderes:
Kindergeburtstag in Witten:
Beim Kindergeburtstag "Kinder heizen ein" auf dem Gelände des LWL-Industriemuseums Zeche Nachtigall in Witten verwandeln sich die Kinder in richtige Bergleute.
Das museumspädagogische Programm "Kinder heizen ein!" bietet das LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten als ganzjähriges Programm an. Die Veranstaltung eignet sich hervorragend für einen Kindergeburtstag oder einen Gruppenausflug für bis zu 10 Kinder. Auf Anfrage wird für Schulklassen und Vorschulkinder eine abgewandelte Version angeboten.
Besonders das aktive Mitgestalten ist Hauptbestandteil des Programms, denn die Kinder sollen erfahren, wie die Arbeit im Bergbau verlief, welche Gerätschaften benötigt wurden und in welcher Umgebung die Bergleute arbeiten mussten. Dabei werden sie von einem erfahrenen Stollenführer oder einer Führerin begleitet.
Zunächst statten sich die Kinder mit der Bergmannskluft aus. Sehr wichtig ist natürlich der Helm, der auf keinen Fall fehlen darf. Aber auch der Abbauhammer, der bis in die 50er Jahre von den Bergleuten benutzt wurde, gehört dazu. Die Schicht beginnt mit der Fahrt ins Besucherbergwerk "Nachtigall", wo die Kinder echte Steinkohle abbauen. Hier lernen sie auch, was ein "Hunt" ist. Ein kleiner Förderwagen zum Transportieren der Kohle.
Wenn das Steinkohlenfeuer auf der Schmiedeesse entfacht wurde, haben die Kinder das Ziel erreicht. Hierfür werden allerdings noch ein paar Materialien benötigt, die Kinder vorher auf dem Museumsgelände suchen müssen. Danach stärken sich die Kinder beim gemeinsamen Imbiss mit "Zechenwürstchen", Bergmannsbrot und Kakao.
Nach ihrem Grubenabenteuer wartet auf die Kinder noch eine kleine Überraschung.
Das LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten hat noch weitere interessante Veranstaltungen für Familien und Kinder im Angebot. Einfach mal anklicken und informieren:
Kontakt:
LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall
Nachtigallstraße 35
58452 Witten
Telefon: +49 (0) 2302 936640
www.lwl.org
Öffnungszeiten:
GANZJÄHRIG !!!
Di-So 10:00–18:00 Uhr
Tägliche Führungen durch das Besucherbergwerk Nachtigall

